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Orgeln  

A) Aufgestellt und spielbar:
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Spieltische und Orgeln Gross Portativ 4182  

So klein sie ist, aber sie spielt! Unser kleinstes "Portativ" (= Trageorgel, von lat. portare = tragen) hat zwei Metallregister.
Disposition: f0 bis c3 (2 ½ Oktaven), 8' gedeckt (Quintade), 2' (eng-prinzipalig).
Inschrift INT. Mai 1967 K.H. Bormann, Kehl.
Mit kleinem elektr. Windmotor, also überall einsetzbar, wo eine Steckdose ist.

 

 

 
       
Prozessionsorgel 04181  

Unsere Prozessionsorgel ist mit ihren 111 Pfeifchen auch im Freien deutlich zu hören, wie wir bereits bei einer Fronleichnamsprozession erfahren haben. Sie enthält von c0 bis c3 drei Register, Holzgedeckt 8' Holzgedeckt 4' und Prinzipal 2' im Prospekt; mit zwei Bälgen wird die Orgel mit Winddruck versorgt.

Nachbau nach dem Renaissanceportativ im Baseler Museum durch Orgelbaumeister Fritzenschaf in Bad Schussenried. Aufstellung im Orgelfestsaal. Wird bei den Führungen vorgespielt.

 
       
Orgelpositiv 04178  

Ein liebenswürdiges Instrument mit silberhellen Barockklängen ist der Nachbau des Orgelpositivs aus dem Nonnenkloster Nothgottes im Rheingau, wo sich das originale Instrument nach einem Foto aus der Zeit um 1930 in Auflösung befand: Steinmeyer hat diesen in "letzter Minute" vollzogenen Nachbau 1938 auf der zweiten Tagung der Deutschen Orgelfreunde in Freiburg i. Br. vorgestellt. Dabei hat das Instrument wegen des Originalnachbaues der Schleifladentechnik eine solche Begeisterung unter den Tagungsteilnehmern ausgelöst, dass damit ein Siegeszug für die Wiederaufnahme der mechanisch gesteuerten Schleifwindlade einsetzte, allerdings durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zeitlich gestoppt und erst #WEITER# in den 1950er Jahren wiederaufgenommen wurde. Steinmeyer selbst hat angesichts dieses Erfolges das Instrument einige Male nachgebaut: Unter anderem steht eines im Marmorsaal von Schloss Pommersfelden und eines im OrgelArt-Museum in Windesheim. Disposition: Gedeckt 8' in Holz, Flöte 4' in Holz, Prinzipal 2', Octav 1', Zimbel ½' zweifach, durchgehend C-c3. Das Instrument ist hinterspielig und kann mit Harmonium-ähnlichen Fußtritten selbst mit Wind versorgt werden, hat aber auch zusätzlich einen elektrischen Windmotor. Das Instrument ist für eine Versetzung innerhalb begrenzter Reichweite durch Schmiedeeisen- und Holzgriffe, sowie durch einen abnehmbaren Deckel konstruiert und wurde diesbezüglich ein Vorbild für die Continuo-Orgel Karl Richters, welche Orgelbaumeister Deininger 1974 im Sinne Richters erbaut hat (siehe dort bei "Karl Richters Continuo-Orgel"). Erbauungszeit des originalen Instruments von Nothgottes: Anfang 18. Jahrhundert. Das Instrument steht im Orgelfestsaal und wird bei allen Führungen vorgeführt.

 
       
Steinmeyer 04183  

Ein frühromantisches Instrument mit äußerst differenzieren Charakterstimmen ist die Orgel von Steinmeyer, 1865, Opus 54 für die Evang.-Luth. Pfarrkirche Gerolfingen bei Ansbach. In einem historisierend neugotischen, mit Zinnen versehenen Gehäuse ist die einmanualige Orgel (C-f3) mit acht Manual- und zwei Pedalregistern (C-c1) versehen: Gedeckt 8', Salicional 8', Gamba 8', Prinzipal 8', Octav 4', Flöte 4', Octav 2', Mixtur 2 2/3'; Subbaß 16', Violon 8'; Manualkoppel aufs Pedal. Das Instrument wird mit einer mechanisch gesteuerten Kegellade gespielt und hat nachträglich einen elektrischen Ventilationsmotor erhalten. Das Instrument wird bei den Führungen vorgeführt, es steht im Orgelfestsaal.

 
       

Goessweinstein 04170_01

Goessweinstein 04170_02

Goesweinstein 04170_03

 

Die große Orgel aus der Wallfahrtskirche Gössweinstein in Oberfranken, 1939 von Albert Moser aus München erbaut, ist ein Prachtstück einer Universalorgel, die ihre spätromantische Entstehungszeit nicht verleugnet, aber auch die silberhellen Barockregister im Sinne der Orgelbewegung zur Verfügung stellt. Das wunderbare Instrument, das bei Führungen bespielt wird, ist elektromagnetisch gesteuert und hat auf Taschen- und Kegelladen eine sanft-weiche Tonansprache. #WEITER# Albert Moser, der auch die fünf großen Orgelwerke der Wallfahrtsbasilika Einsiedeln in der Schweiz schuf, dürfte der bedeutendste und fortschrittlichste Orgelbauer Münchens zwischen den beiden Weltkriegen gewesen sein. Dazu kommt, dass als Disponent, d. h. als "Klangarchitekt" für die katholische Wallfahrtskirche kein Geringerer als der evangelische Universitätsmusikdirektor von Erlangen, Prof. Georg Kempf berufen wurde - ein Zeichen früher musikalischer Ökumene! Moser ist der Erfinder eines besonders hellen Registers, der "None"; Kempf hat in diesem Werk Musikstrukturen mit der Siebenzahl verwirklicht, die er bei Johann Sebastian Bachs Musik zu finden meinte: So wurden die Werke in völliger Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung angelegt, d. h. in der Grundstruktur auf die Siebenzahl aufgebaut; die zweimanualige Orgel hat nämlich insgesamt 42 Register: 2 x 7, also 14 auf dem ersten Manual, 2 x 7, also 14 auf dem zweiten Manual und überraschenderweise 2 x 7, also 14 auf dem Pedal. Mit dieser klaren geistigen Struktur präsentiert sich diese Orgel als die größte und schönste noch erhaltene aus der Werkstätte Albert Moser. Sie steht in einem durch Arkaden geöffneten Anbau des Orgelfestsaales und wird von dem aus Einsiedeln übernommenen wundervollen Spieltisch der dortigen, 1992 abgetragenen "Frühamtsorgel" gespielt, der wegen seiner Technik fahrbar ist; Herr Gregor Dworzak hat diesen mit Eichenholz geschnitzten und mit goldberänderten Porzellanregisterschildern gebauten Spieltisch für den Anschluss an die Gössweinsteiner Orgel gerichtet, deren ursprünglicher Moser-Spieltisch zeitmodisch vor ca. 30 Jahren ausgetauscht worden ist. Zum mächtigen Klang der Gössweinsteiner Orgel kommt daher nun auch noch einer der schönsten Spieltische aus seiner Zeit. Disposition: 1. Manual C-g3: Prinzipal 8', Octav 4', Octav 2', Glöckleinton 2fach, Mixtur 2-8fach, Gedackt-Pommer 16', Viola di Gamba 8', Gemshorn 8', Holzflöte 8', Spitzflöte 4', Nasat 2 2/3', Blockflöte 2', Fagott 16', Trompete 8'. 2. Manual ebenfalls C-g3: Quintaden 8', Prestant 4', Geigenprinzipal 2', Superquinte 1 1/3', Sesquialtera 2fach, Schwegel 1', Terzzimbel 3fach, Scharf 4fach, Grobgedackt 8', Salicional 8', Rohrflöte 4', Waldflöte 2', Geigendregal 16', Sackpfeife 8'; Pedal C-f1: Prinzipalbaß 16', Quintbaß 10 2/3', Octavbaß 8', Choralbaß 4', Octäflein 1', Hintersatz 5fach, Subbaß 16', Stillgedackt 16', Flötbaß 8', Nachthorn 2', Posaune 16', Fagott 8', Trompete 4'. Das 1987 hier aufgebaute Orgelwerk besitzt ein Registercrescendo und eine für damalige Zeit und Technik reich bestückte Koppelungs- und Kombinationsmöglichkeit. Während der Bespielung bei Führungen können die Besucher rings um den Spieltisch stehen und auch über die Balustraden von oben in das doppelgeschossig aufgebaute Werk mit seinen 3.200 Pfeifen hineinschauen, ein immer wieder großartiges Besuchererlebnis.

 
       
Regal 04206  

Das Regal ist ein seltenes, weil zwar im Mittelalter bis zur Renaissance häufig benütztes, in der Barockmusik aber wegen seines rudimentären Klanges nicht mehr geschätztes Instrument: Es repräsentiert zwei wichtige Entwicklungsstufen für die spätere Orgel. #WEITER# Deshalb wurde von uns ein Nachbau des von Klotz gebauten historischen Instrumentes des Germanischen Museums in Nürnberg in Auftrag gegeben und durch den exzellenten Instrumenten-Restaurator Werner Hopf vorbildlich ausgeführt. Das physikalische Problem, dass man dem Luftdruck entsprechend nur mit gleichbleibender Lautstärke spielen kann, wurde durch Auflegen von zwei Eichenbrettchen auf der Spalte vor der Klaviatur gelöst, welche man abheben und damit die Lautstärke variieren kann; dies alles hat später in den romantischen Orgeln eine vergleichbare Lösung durch die Schwellwerksjalousien erhalten. Die zweite "Erfindung" beim Regal war die Tonerzeugung durch schwingende Metallstreifen ("Zungen"); diese reifte zur Entwicklung der Zungenpfeifen in der Barockorgel, die den gewünschten verfeinerten Ton durch Vorsetzen einer Röhre erreichten. Der Umfang unseres Regals reicht von C (mit unterbrochener Großoktav) bis a2 und ist mitteltönig gestimmt. Als Balggewichte dienen zwei Naturguss-Bleiriegel. Das seltene Instrument steht im Orgelfestsaal und wird bei Führungen vorgespielt.

 
       
Grossharmonium 04193  

Ein Großharmonium  mit Celeste aus dem Jahre 1907 von Schiedmayer in Stuttgart wurde im Jahre 2002 von dem niederländischen Orgel- und Harmoniumbaumeister Dirk Joris in einem völlig verwahrlosten und in seinem unteren Teil abgefaulten Zustand auf einem Bauernhof in der Nähe von Dachau ausfindig gemacht und für die Restaurierung übernommen. Der Klang des zweimanualigen, mit Pedal von C-f0 gebauten Harmoniums erinnert an eine mächtige Kirchenorgel. #WEITER# Nach Restaurierung und Neuanfertigung des verrotteten Gehäuses wurde das Instrument einer evangelischen Pfarrkirche im Salzkammergut angeboten, aber in Verachtung ihres romantischen Klangbildes doch nicht angenommen. Da es auf dem zweiten Manual die außerordentlich seltene Ausbildung einer Coeleste, d. h. eines Glockenspiels mit Klanghölzern (Xylaphon) aufweist, wurde es als große Rarität hierher in den Orgelfestsaal geholt. Die Tonerzeugung geschieht bei Harmonien nicht mit Röhrenpfeifen, sondern mit schwingenden Zungen. - Am Schluss von Führungen im Orgelsaal gespielt, erregt dieses stolze Werk Bewunderung für eine lange Zeit verachtete Instrumentengattung. Wir besitzen übrigens im Depot eines der größten jemals gebauten Harmonien mit eigenem elektrisch steuerndem Spieltisch.

 
       
Walpersdorf 04111  

Das Orgel-Positiv aus Walpersdorf ist unsere älteste Orgel mit einer Windlade wohl noch aus dem 17. Jahrhundert; es wurde im 18. Jahrhundert erweiternd umgestaltet und Ende des 18. Jahrhunderts aus der Pfarrkirche Hofendorf bei Neufahrn in Niederbayern in deren Nebenkirche Walpersdorf übertragen. Seit mindestens einem halben Jahrhundert unspielbar und in den Metallpfeifen fast völlig ausgeplündert, wurde das Instrument als Dauerleihgabe an das Orgelzentrum gegeben und durch Mitfinanzierung des Fördervereins Orgelmuseum e.V. restauriert (die beiden Aufnahmen während der Restaurierungsphase). #WEITER# Die im 19. Jahrhundert angebaute, völlig unproportionierte Pedalanlage wurde dabei im Sinne des Ursprungsklanges weggelassen. Die gedeckten Holzpfeifen eines 8' und eines 4' Flötenregisters waren größtenteils vorhanden, die Metallpfeifen des Prinzipal 2' und der auf c1 repetierenden 1 1/3' Quinte wurden aus Altbestand ergänzt, im Prospekt möglicherweise aus der Werkstätte von Friedrich Ladegast. Das Positiv steht im Vestbül vor dem Eingang zum Orgelfestsaal und wird dort seit dem 1. Juli 2012 zum Auftakt der Führungen gespielt.

Walpeersdorf 04119_02
       
Nenninger 04212  

Gleich in der Eingangshalle verweist eine Orgel aus der Werkstätte Guido Nenninger in München durch ihre typische Gehäuseform mit dem V-förmigen Prospekt auf eine Bauzeit in den 1960er Jahren. Das robust gebaute Instrument enthält auf dem Manualregister (C-f3) die Register Gedeckt 8', Flöte 4', Octav 2', Quinte 2 2/3', Zimbeloctav 2-3fach, mit ständig angekoppeltem Pedal (C-d1). Die Schleifladen sind mit Seilzug gesteuert; das Instrument darf auch von orgelkundigen Besuchern bespielt werden.

 
       
Opus 3 Steinmeyer 04208  

Das Opus 3 von Steinmeyer ist eine für die Entwicklung des romantischen Orgelbaues in Altbayern wichtige Inkunabel: Sie bezeugt den Anfang der 1848 von Georg Friedrich Steinmeyer gegründeten und nachmals bedeutendsten bayerischen Werkstatt. Sie ist eine einmanualige Orgel mit Umfang C-c3 im Manual und C-a0 im Pedal. #WEITER# Vom freistehenden Spieltisch wird mechanisch die Schleiflade bedient; die Disposition ist Gedeckt 8', Salicional 8', Prinzipal 4', Flöte 4', Octav 2' und Subbaß 16'. Die Untertasten im Manual sind noch in barocker Tradition schwarz, die Obertasten mit weißem Knochenüberzug belegt. Die Prospektpfeifen wurden nach Kriegsablieferung 1914 in Zink erneuert, der Klang des Instruments ist voll und frisch. Aufgestellt in der oberen Diele des Stützanbaues unter dem hochragenden Dachwerk hat es wichtige Nachbarn erhalten, ein Brüstungswerk von Joseph Bohl (1801-1878), dem Lehrer Georg Friedrich Steinmeyers und eine Orgel von Hans Henny Jahnn. Bohl seinerseits war Schüler des berühmten Augsburger Barockorgelmachers Johann Andreas Stein. Somit ist hier eine wichtige genealogische Abfolge vom barocken zum frühromantischen Klangbild zu erleben.

 
       
    Der Einblick in die Zollingerhalle zeigt die Orgeln (von links an): Karl Richters Continuo-Orgel, die Hamburger Schröderstift-Orgel, die Eule-Kleinorgel von 1939 und die erste Münchener Rokoko-Orgel:  
       
Karl Richter Continuo-Orgel 4112_01  

Karl Richters Continuo-Orgel: Die grün-rot gefasste Continuo-Orgel erinnert an den großen Bach-Interpreten Karl Richter, der dieses Instrument 1974 bei Orgelbau Deininger und Renner in Oettingen bestellte, als Mitnahme-Orgel bei auswärtigen Aufführungen seines Münchener Bachchores und Bach-Orchesters. Deininger kannte nachweislich unsere Nothgottes-Orgel und hat die Tragekonstruktion analog dazu angefertigt, freilich in moderner Gehäuseform und mit einem eigenen Subbaß auf eigenem Fahrgestell und mit eigener Windversorgung. Da das Instrument in einem VW-Bus ab 1974 transportiert werden musste, sind die Subbaßpfeifen nur mitgenommen worden, wenn wenige Kontrabässe besetzt waren, denn es war äußerst schwierig, sie im Fahrzeug unterzubringen. Das Klangbild ist, wie bei Richter nicht anders zu erwarten, silberhell mit insgesamt 8 Registern, wobei auch ein Regal 8' als Zungenstimme verwendet wurde und evtl. als Cembaloersatz gedacht war. #WEITER# Das Instrument besteht auf mechanischer Schleiflade, die Subbasslade ist elektrisch angeschlossen. Der Tonumfang ist durch Klaviaturverschiebung ½ Ton nach abwärts und ½ Ton nach aufwärts von a=440 verstellbar; die Tastenreihe von C durchgehend bis g3 benötigt daher eine Pfeifenreihe darüber hinaus von Contra H bis gis3. Das Instrument besitzt auch Schwellwerksjalousien, die Wirkung ist aber wegen der Leichtbauweise des Gehäuses relativ gering. Der Standort auf der Bühne in der Zollingerhalle links führt dazu, dass jetzt die Orgel auch bei großen Chor- und Orchesteraufführungen wieder als Continuo-Instrument dient. Die Disposition, die auch in der Broschüre von Sixtus Lampl, "Die Zollingerhalle beim Alten Schloß Valley" abgedruckt ist, lautet: Gedeckt 8', Flöte 4', Flöte 2', Regal 8', Gemsquinte 1 1/3, Octävlein 1', Quinte 1 1/3' - 2 2/3'

Karl Richter Gedächtnis-Orgel
       
Hamburger Schroederstift-Orgel  

Die Orgel aus dem Hamburger Schröderstift, ein Prunkstück, das durch ein grandioses Mittelbild des Florentiner Hofmalers und Akademiedirektors Cesare Mussini weltweit wohl das einzige Orgelwerk mit einem so großen Bild ist. Der bedeutende norddeutsche Orgelbauer Ernst Röver hatte das Instrument 1896 für die Kirche des Hamburger Hospizes neu geschaffen und dabei auf die seelische und körperliche Notlage der dort betreuten Armen und Kranken besondere Rücksicht genommen, denn die ursprüngliche Disposition kannte nur warme und einfühlsame 16', 8' und 4'-Stimmen. Da die Kirche des Schröderstiftes seit 1972 der griechisch-orthodoxen Gemeinde von Hamburg als Gottesdienstraum zur Verfügung gestellt wurde, die orthodoxen Gläubigen aber in ihren Kirchen keine Orgel spielen, verfiel das Instrument bis zur völligen Unspielbarkeit und wurde dann als Dauerleihgabe der Hansestadt Hamburg an das Orgelzentrum übergeben. #WEITER# Hier wurde das mit seltenen pneumatischen Kastenladen gebaute Instrument restauriert und gibt in seinen ursprünglich erhaltenen romantischen Stimmen viel Geborgenheit und Schmelz. 1954 wurde es freilich durch die berühmte Hamburger Orgelbauwerkstätte von Beckerath in die Helligkeit einer Barockdisposition umgestaltet, die ihrerseits aber auch so überzeugend ist, dass man sie weder ändern kann noch sollte. Die Orgel, welche dominant an der Stirnseite der akustisch hervorragenden Zollingerhalle steht, wird bei den Führungen bespielt und ist auch auf CD-Einspielungen zu hören. Die Disposition der zweimanualigen Orgel ist in der Broschüre "Die Zollingerhalle beim Alten Schloß Valley" abgedruckt und lautet: Pedal (C-d3): Subbass 16', Octav 8', Octav 4', Nachthorn 2', Dulzian 16', Ped.kopp I, II; zwei Manuale (C-f3), II: Gedeckt 8', Flöte 4', Prinzipal 2', Terzian 2', Scharff 3', Krummhorn 8', Manual I: Quintadena 16', Prinzipal 8', Rohrflöte 8', Octav 4', Nasard 2 2/3, Waldflöte 2', Mixtur. Das einmalig schöne Bild vom Heiland, der leibliche und seelische Nöte lindert, entfaltet, wenn es nächtens als einziges beleuchtet in der Zollingerhalle steht, einen geradezu mystischen Eindruck; zusammen mit Meditationsmusik soll daraus künftig ein Eventangebot entstehen "Licht in der Nacht".

 
       
Die ideale Kleinorgel von Eule   Die Kleinorgel von 1939 ist in kostbar ausgeführtem Nussbaumholz-Gehäuse das konkrete Musterbeispiel, das aus der zweiten Freiburger Tagung der Orgelfreunde 1938 als "ideale Kleinorgel" hervorgegangen ist. Ebenso wertvoll wie das von Walter Supper entworfene und in der "Stuttgarter Raumkunst-Schreinerei" hergestellte Gehäuse ist das Klangbild der einzelnen Register: Diese, gefertigt bei Fa. Eule in Bautzen, wurden intoniert von dem damals wohl berühmtesten Intonateur in Deutschland, Fritz Abend. Dieser hatte sechs Jahre zuvor begonnen, Gottfried Silbermann-Orgeln zu restaurieren #WEITER# und hatte daher hohe Klangansprüche "in seinen Ohren". Das Instrument, welches unter Beteiligung aller großen Kapazitäten aus Orgelbau, Orgelspiel, Organologie und Orgelfreunden geplant wurde, ist ein authentisches Zeitzeugnis für die Auffassung vom barocken Klangbild in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, da das Instrument intonatorisch nie verändert wurde. Uns heute kommt dieser Klang als unangenehm steil disponiert und in der Höhe flirrend ohne fundamentale Grundstimmen vor. Diese waren damals in der Ablehnung von romantischen Registern nicht mehr gefragt. Ein zweites Problem ergibt sich aus dem Anspruch einer möglichst kleinen äußeren Form, aber dennoch mit der erwarteten Einsatzmöglichkeit einer zweimanualigen Orgel mit voll ausgebautem Pedal: In einer drangvollen Engstellung im Gehäuse und unter Verzicht auf einen labialen Subbaß muss das Klangbild im zweiten Manual und im Pedal auf der Grundlage einer leisen Zungenstimme auskommen. Allerdings hat es bei Werken einer zarten Musikepoche mit geschickter Registrierung absoluten Reiz. Nach der Erstvorführung 1939 durch den damals berühmten blinden Frankfurter Organisten Helmut Walcha erhielt das Werk sogar die Superlativ-Bezeichnung "idealste Kleinorgel des Barock". Das Werk ist auf der CD von Hedwig Bilgram in der Beilage der Broschüre von Sixtus Lampl "Die Zollingerhalle beim Alten Schloß Valley" zu hören, dort auch die Disposition: Manuale (C-f3), I: Cymbel 2-3', Prinzipal 2', Quintadena 4', Hülzern Gedackt 8', Quintadena 4', Prinzipal 2', Cymbel 2-3f.; II: Regal 8', Rohrflöte 4', Gämsenhorn 2', Nasard 2 2/3', Terz 1 3/5', Sifflöte 1'; Pedal (C-f1): Prinzipal 2', Sordun 16', Gedacktbaß 8', Pommerbaß 4', Prinzipalbaß 2', alle als Transmission von I; Pedalkoppel von II. Die Schleifladentechnik und das Pfeifenwerk sind jungfräulich wie am ersten Tag erhalten.
 
       
Die erste Münchener Rokoko-Orgel   Die erste Münchener Rokoko-Orgel ist ein wertvolles Beispiel für die Anfänge der in der Zeit des Rokoko berühmtesten altbayerischen Orgelwerkstätte Anton Bayr mit Fertigstellungsdatum in der Windlade vom 24. September 1745. Sie ist als Opus 1 von dem kurz zuvor aus Heidingsfeld bei Würzburg übersiedelten jungen Orgelbaumeister Bayr für die Franziskanerkirche in der Deutschordensstadt Ellingen bestellt worden, also Werk eines fränkischen Orgelbauers für eine mittelfränkische Kirche, gebaut in München. Unser Gehäuse ist eine Kopie nach dem Original, weil #WEITER# die Kirchengemeinde von Walting, welche das Instrument nach der Säkularisation preisgünstig erworben hatte, das Gehäuse behalten wollte, während sie das wertvolle, allerdings im 19. und 20. Jahrhundert völlig verballhornte Klangwerk bedenkenlos abstieß. Obwohl es zunächst kaum erfolgreich schien, haben wir uns an die Restaurierung gemacht und die Orgel einigermaßen auf das ursprüngliche Klangbild zurückgebracht. Da es zufällig den gleichen Registerumfang wie bei der Kleinorgel von 1939 hat, ist die Gegenüberstellung des Klangbildes während Führungen für alle höchst aufschlussreich, da hier trotz des silberhellen Klangbildes der Aufbau von den Grundstimmen her konzipiert ist. Das originale Gehäuse in der typisch fränkischen Barockorgel-Gliederung war marmoriert; nach Aufstellung des Nachbaues am Ansatz des wunderschönen Holzgewölbes seitlich in der Zollingerhalle entschieden wir uns aber, die Fichtenholzoberfläche in Natur zu belassen. Die einmanualige Orgel mit Umfang von C-c3 (mit nachträglich angesetzten Kanzellen für Cis, Dis, Fis und Gis) und dem ebenfalls durch Kanzellenansatz erweiterten Pedalumfang von C-d1 ist nach Aussage von Frau Professor Bilgram, die das Werk ebenfalls auf CD einspielte, "ihr Liebling" unter den Orgeln der Zollingerhalle. Die Disposition (steht ebenfalls in der Broschüre "Die Zollingerhalle"): Manual I: Gedeckt 8', Salicional 8', Prinzipal 4', Flöte 4', Violine 4', Quint 2 2/3', Octav 2', Mixtur 1 1/3'; Pedal: Bourdon 16', Gambenbass 8', Flötbass 8'. Bei der Pedalkoppel, von der nichts mehr vorhanden war, haben wir uns für eine mechanische "Klötzelkoppel" entschieden, obwohl es ursprünglich in dem verkleinerten Tonumfang eine Doppelventilkoppel war. Trotz solcher Kompromisse bei der Restaurierung ist es uns ein höchst wertvolles historisches Instrument.
 
       
Multiplexorgel aus Wilhelmshaven   Die Multiplex-Orgel ist benannt nach dem lateinischen "multiplicare" = vervielfachen: Der Begriff "Multiplex" wurde auf einen bestimmten Orgeltypus aus der Notzeit zwischen den beiden Weltkriegen angewandt und danach mehr oder weniger verächtlich betrachtet. Dennoch hat die Werkstätte Alfred Führer in Wilhelmshaven noch 1964, wohl in einer privaten Auftragserteilung, diese Orgel mit elektromagnetischer Steuerung für jede einzelne Pfeife gebaut. Zunächst als eine technische Rarität in unspielbarem Zustand aus Cuxhaven erworben, zeigte sich das Instrument nach Restaurierung seit dem ersten konzertanten Vorspiel durch den Kreuzorganisten von Dresden, Holger Gehring, als ein klanglich erstaunliches Werk: #WEITER# Aus vier, in den unteren und oberen Oktaven erweiterten Pfeifenreihen können insgesamt 14 Register labial und lingual abgerufen und auf drei Manualen auch in ihrem Klangbild gegenübergestellt werden. Bei geschickter Bespielung ist die Multiplex-Orgel geeignet, die Verachtung gegenüber diesem Typ zu relativieren; die technische Leistung ist jedenfalls hoch anzuerkennen. Auch dieses Instrument wurde von Professor Hedwig Bilgram auf der CD eingespielt und ist in ihrer Disposition in der Broschüre "Die Zollingerhalle" nachzulesen: im Manualumfang von C-g3 und im Pedalumfang von C-g1: Gedecktreihe 16', 8', 4', 2', 1'; Prinzipalreihe 8', 4', 2', 1'; Zungenreihe 16', 8', 4'; Quintreihe 2 2/3', 1 1/3'.
 
       
Grosse Steinmeyer Orgel 04115   Die große Steinmeyer-Orgel aus der Heidelberger katholischen Pfarrkirche Heiliggeist ist das "Flaggschiff" unter den Orgeln der Zollingerhalle; die dreimanualige Orgel aus der ehemaligen Jesuitenkirche in Heidelberg wurde 2003 hierher übertragen. Sie ist mit 55 Registern die derzeit größte Orgel im Oberland südlich von München und übertrifft wohl auch in der Differenziertheit des Klangbildes viele neu gebaute Schleifladeninstrumente. Die 1954-56 von Steinmeyer erbaute Orgel ist in kompletten Umfang - lediglich mit Einkürzung der höchsten Prospektpfeifen - auf der Westempore der Zollingerhalle eingefügt worden. Die Orgel besitzt etwa zur Hälfte leise Register, welche in ihrer Feinheit durch die Akustik der Zollingerhalle bestens zur Wirkung kommen; in ihrem Prinzipalaufbau, mit neun (!) 16'-Registern ist sie jedoch ein machtvolles Klangwerk. #WEITER# Steinmeyer hat übrigens pietätvoll verschiedene Pedalregister der Vorgängerorgel von Voit-Durlach aus der Zeit um 1875 übernommen. Die Orgel besitzt einen ergonomisch optimal gestalteten Spieltisch und ist nach Aussage von Steinmeyer-Mitarbeitern, die sie in Heidelberg warteten, ein "äußerst gutmütiges Instrument", d. h., dass es wenige Störungen und Problemfälle gibt. Außerdem ist die Orgel für uns in technischer Hinsicht besonders aussagekräftig: sie gilt weltweit als erste Großorgel, die auf Magazinbälge verzichtete, da dank der leistungskräftigeren Winderzeugungsmotoren nicht mehr so viel Luftvorrat wie in früheren muskelbetriebenen Magazinbälgen (Magazin = Luftvorrat) notwendig war. Da aber im Extremfall mit Staccatobespielung in den tiefen, luftdruckintensiven Registern ein Zittern des Orgelwindes nicht auszuschließen gewesen wäre, hat Steinmeyer an jede der 15 Windladen einen mit Stahlfedern ausgestatteten Ausgleichsbalg konstruiert - eine technische Weltpremiere, die sich durchgesetzt hat. Diese Orgel wird bei Führungen derzeit als Abschlussmusik vorgeführt und reißt die Zuhörer zu regelrechtem Begeisterungsapplaus hin. Ihre Disposition und die CD ist neben zahlreichen Bebilderungen ihres Innenlebens auch in der Broschüre "Die Zollingerhalle" zu finden: Hauptwerk / I. Manual C-9''': Prinzipal 16', Quintade 16', Prinzipal 8', Gemshorn 8', Gedackt 8', Oktave 4', Rohrflöte 4', Oktave 2', Quinte 2 2/3', Cornett 3-5fach 8', Mixtur 4fach 2', Scharff 3fach 1', Trompete 16', Trompete 8'; Oberwerk / II. Manual C-1: Engprinzipal 8', Holzflöte 8', Quintade 8', Praestant 4', Flöte 4', Flachflöte 2', Terz 1 3/5', Superquinte 1 1/3', Cymbel 3fach ½', Rankett 16', Krummhorn 8', Tremulant; Schwellwerk / III. Manual C-9''': Gedacktpommer 16', Flute harmonique 8', Koppel 8', Salicional 8', Vox coelestis 8', Ital. Prinzipal 4', Viola 4', Koppelflöte 4', Waldflöte 2', Sifflöte 1', Nasard 2 2/3', Plein jeu 4fach 2', Basson 16', Helle Trompete 8', Oboe 8', Clairon 4', Tremulant ; Pedal C-1: Prinzipal 16', Violon 16', Subbass 16', Gedacktpommer 16' ; aus III. M. : Oktavbass 8', Gedacktbass 8', Choralbass 4', Nachthorn 2', Quintbass 10 2/3', Pedalmixtur 6fach 2 2/3', Bombarde 16', Posaune 8', Clairon 4', Singend Cornett 2'; Spielhilfen: 6 Normalkoppeln, 2 freie Kombinationen, 1 geteilte freie Kombination, Tutti, Handregister zur freien Kombination, Handregister ab, Zungen ab, Zungeneinzelabsteller, Registerschweller, Taschenladen, elektropneumatische Traktur.
Grosse S teinmeyer-Orgel 04115_02
 
   

B) Auf ihren Windladen aufgestellt, warten noch auf Restaurierung
Einblick in den Montagekeller unter der Zollingerhalle:


 
Joseph Bittner Orgel 04246   Berching, katholische Stadtpfarrkirche: Zweimanualige mechanische Kegelladenorgel von Joseph Bittner 1890, 1995 hierher übernommen. 18 Register; Aufstellungsort derzeit Montagekeller unter der Zollingerhalle (im Bild die zweite von rechts).
 
       
Schwalbennest-Orgel Steinmeyer 04226  

Brand bei Marktredwitz: Schwalbennest-Steinmeyer-Orgel von 1939. 10 Register, elektromagnetisch gesteuert.

Derzeitiger Aufstellungsort: Speicher Altes Schloß Valley.

 
       
    Dezenacker: Brüstungsorgel von Joseph Bohl (1801-78) aus Dinkelsbühl, 1846, mit klassizistischem Gehäuse und fünf Registern. Diese Brüstungsorgel ist ein wichtiges Bindeglied, da Bohl bei dem berühmten Augsburger Barockorgelmacher Johann Andreas Stein gelernt hatte und seinerseits den jungen Georg Friedrich Steinmeyer in der Lehre ausbildete. Aufstellung derzeit im Orgelkeller.
 
       
Johann Heinrich Koulen C04195   Frankenried, Katholische Pfarrkirche St. Andreas: Die für das romantische Klangbild wertvolle Orgel von Johann Heinrich Koulen wird in das Barockorgel-Gehäuse aus Pürgen bei Landsberg a.L. in der Frontmitte des Orgelsaales eingebaut. Das Gehäuse stammt laut Mitteilung von Richard Paletta vom Aitranger Orgelbaumeister Franz Thoma (1745-1817), dem Erbauer der historischen Orgel in Schlehdorf. Das damals von Koulen in das Barockgehäuse von Pürgen eingebaute Werk ist nicht erhalten, war aber von etwa vergleichbarer Größe wie das Frankenrieder, so dass nun dieses eingebaut werden kann, mit zwei Manualen von C-f3 und Pedal von C-d1 und den Registern Prinzipal 8', Gedeckt 8', Octave 4', Flöte 8', Salicional 8', Vox coelestis 8', Gemshorn 4', Mixtur Cornett 2 2/3', Stillgedeckt 16' und Subbaß 16'. Der Spieltisch und das Barockprospekt sind in der Front des Orgelfestsaales bereits aufgestellt, Windladen und Pfeifen werden bis 2013 aus dem Montagekeller dorthin übertragen. Das weitgehend abgelaugte Gehäuse erhält eine Neufassung, deren Grundierung und Mustermarmorierung jetzt schon als Blickpunkt am Beginn der Orgelführungen steht. Wir warten alle gespannt auf die klangliche Aussage, denn Koulen war ein exzellenter Intonateur und neben Steinmeyer und Walcker der wohl wichtigste Vertreter der süddeutschen Orgelromantik. Die Klangbildung wird auch entsprechend weich erfolgen, da die originalen Koulen-Membranenladen wieder verwendet werden.
 
       
    Geslau, Evang.-Luth. Pfarrkirche: Steinmeyer, 1867, ein einmanualiges Kegelladenwerk mit mechanischer Traktur: Prinzipal 8', Gamba 8', Salicional 8', Gedeckt 8', Octave 4', Octave 2', Mixtur 2 2/3' 3fach, Subbaß 16', Violon 8'. Jetzt leihweise aufgestellt auf der Chorempore der ehemaligen Klosterkirche Maihingen, Lkr. Donau-Ries.
 
       
Johann Michael Bittner 04222  

Gleissenberg, Evang.-Luth. Kirche: Orgel des Nürnberger Johann Michael Bittner (1816-1896), ca. 1870, mit sechs Manualregistern auf mechanisch gesteuerten Kegelladen und einem Subbaß-Pedalregister (C-c1).

Derzeit Aufstellung auf dem Speicher Altes Schloß.

 
       
Opus 43 04255   Hirnsberg, katholische Pfarrkirche, Lkr. Rosenheim: 1854/55 als Opus 34 von Max Maerz in München auf einem Manual mit sieben Registern und einem Subbaßregister im Pedal erbaut, ein sehr wertvolles frühromantisches Werk mit Schleiflade, 1947 mit einem neuen von Prof. Rudolf Esterer entworfenen "Super-Rokoko-Prospekt" versehen. Derzeit Aufstellung im Bundwerkstadel-Depot.
 
       
    Mariaposching, Katholische Pfarrkirche, Lkr. Straubing-Bogen: Die 1882 von Joseph Grübel aus Waltendorf erbaute Schleifladenorgel besitzt acht Register auf dem Manual und zwei Register auf dem Pedal. Derzeit Aufstellung im Orgelkeller.
 
       
    Mörnsheim, Wallfahrtskirche Maria End, Lkr. Eichstätt: Die 1899 von Josef Bittner, Eichstätt, als Opus 84 erbaute einmanualige Orgel mit der "Bittner'schen Schüssellade" enthält sechs Manual- und ein Pedalregister (Subbaß). Derzeit Aufstellung: Speicher Altes Schloß.
 
       
    Mürsbach, Katholische Pfarrkirche St. Sebastian, Lkr. Bamberg: Große Schleifladenorgel in zweiteiligem Neurenaissance-Gehäuse mit dazwischen stehendem Spieltisch, 1876 als Opus 100 und größtes Werk des Bamberger Orgelbauers David Friedrich Bischof-Wiedemann (1842-78) erbaut. Die beiden Manuale C-f3 enthalten 14 Register, das Pedal C-a0 drei Register. Derzeit Aufstellung im Montagekeller unter der Zollingerhalle.
 
       
    Niederbachern, Gde. Wachtberg: Hausorgel, 1931 erbaut von Dr.-Ing. Karl Sieber in Flensburg, mensuriert von Hans Henny Jahnn, unter Wiederverwendung zweier alter Schleifladen, wohl aus der Frauenkirche in Flensburg, einem Bericht nach aus der Werkstatt Arp Schnittger. Zwei Manuale und Pedal, 12 Register. Diese historisch hochbedeutende Hausorgel wird in der Speicherdiele aufgestellt und soll 2013 nach Restaurierung vorgestellt werden.
 
       
Niederhoecking 04262   Niederhöcking, Katholische Pfarrkirche, Lkr. Dingolfing-Landau: Brüstungswerk in neugotischem Gehäuse mit fünf Manualregistern (C-f3) und einem Subbaß 16' sowie ausgebauter Superoktav.
 
    Radlkofen bei Gangkofen: Komplettes Werk von Weise-Plattling. C-f3 mit vier Manualregistern und einem Subbaß, pneumatische Steuerung, Suboktav ab c0, Superoktav voll ausgebaut.
 
       
Pfaffenhofen 04248   Pfaffenhofen, Evang.-Luth. Stadtkirche St. Ottilia, Stadt Roth: Steinmeyer Opus 1522 von 1930 mit sechs Registern, aufgeteilt auf zwei Manuale plus Pedal-Subbaß; Prospekt von Augustin Bittner. Derzeit Aufstellung im Montagekeller unter der Zollingerhalle.
 
    Rattenberg in Tirol, ehemaliges Augustinerkloster bzw. Servitenkirche: Wertvolle Orgel im Kern von Johann Christoph Egedacher (1727), dazu Brüstungswerk durch Johann Anton Fuchs (1781) und Hauptwerk in klassizistischem Gehäuse von Georg Hochmuth (1866). Derzeitige Aufstellung Bundwerkstadel-Depot.
 
       
Franz Borgias Maerz 04125   Schäftlarn, Klosterkirche, Lkr. München: Wundervolle Orgel von Franz Borgias Maerz mit Fertigstellung in dessen Todesjahr 1910 durch Albert Schönle; zwei Manuale von C-f3 und Pedal von C-d1 mit insgesamt 23 Registern; natürlich verblieb das wertvolle Gehäuse (Zusammenarbeit von Anton Bayr mit Johann Baptist Straub) in der Klosterkirche. Derzeit Aufstellungsort Speicher über dem Alten Schloß.
 
       
Schwarzenbach 04249   Schwarzenbach, katholische Pfarrkirche: Orgel um 1910 von Willibald Siemann auf zwei Manualen und Pedal mit neun Registern, pneumatische Steuerung, elegant-dezentes Jugendstil-Prospekt. Aufstellung derzeit Montagekeller unter der Zollingerhalle.
 
       
    Tiefenbach, katholische Filialkirche, Lkr. Landshut: Orgel um 1836 von Joseph Schweinacher mit fünf Manualregistern und einem Violonbass im Pedal. Die mechanische Schleiflade ist möglicherweise aus einem Altbestand verwendet worden. Derzeit Aufstellung im Orgelkeller.
 
       
Transmissionsorgel 04230   Unterstadion, Lkr. Biberach: Einzigartige Transmissionsorgel der Gebrüder Späth in Ennetach-Mengen, 1904 mit deutschem Reichspatent Nr. 161.346 und Schweizerischem Patent Nr. 31.764 ausgestattet. Derzeit Aufstellung Speicher über dem Alten Schloß.
 
 
    C) Komplette, derzeit eingelagerte Werke
(in der Auflistung nennt die römische Ziffer die Zahl der Manualklaviaturen, die arabische Ziffer dahinter die Zahl der Register = Pfeifenreihen)
 
       
    Innenansicht des Bundwerkstadl-Depots vollgefüllt mit Pfeifen und eingelagerten Werken:
 
       
Steinmeyer 1961 04253   Ansbach, St. Gumbertus: Steinmeyer 1961, III, 47 Register, ein höchst wertvolles Werk
 
    Ascholdshausen: Orgelbau Weise, II, 15.
 
       
    Bamberg, Lehrerbildungsseminar: Steinmeyer Opus 806 von 1904, II, 7.
 
       
    Bremen-Oslebshausen: Wilhelm Sauer - Frankfurt /Oder (damals fusioniert mit Walcker), 1929, Opus 1394, II, 15, pneumatische Taschenladen.
 
       
    Burgfarnbach, Evang.-Luth. Pfarrkirche, Stadt Fürth: Steinmeyer Opus 1462 von 1927, II, 12.
 
       
Pfeifeneinlagerung 04225  

Pfeifeneinlagerung am Speicher des Alten Schlosses - Pfeifen soweit das Auge reicht.

 
    Dillingen, Evang.-Luth. Pfarrkirche: Steinmeyer, 1894, II, 13.
 
       
    Dornstadt: Steinmeyer, 1943, II, 12.
 
       
    Ebratshofen: Koulen, 1910, II, 14.
 
    Endorf: Max Maerz 1856 mit Erweiterung Willibald Siemann 1915, II, 28.
 
       
    Freising, Heiliggeistspital-Kirche: möglicherweise aus der Straubinger Werkstatt Ehrlich, Schleiflade I, 8.
 
       
    Goldburghausen: Steinmeyer Opus 9, 1854, Schleiflade I, 6.
 
       
    Geltolfing: Ignaz Weise, 1912, II, 11.
 
       
    Hochheim am Main: Balthasar Schlimbach, 1869, mechanische Kegellade II, 18.
 
       
    Hamburg, Evang. St. Pauli-Kirche: Wilhelm Sauer, Frankfurt/Oder, Disposition Hans Henny Jahnn, elektrisch gesteuerte Schleiflade III, 38.
 
       
    Huisheim: Koulen 1905, II, 14.
 
       
Innsbruck Serviten 04249   Innsbruck, Servitenklosterkirche: Hochdruckpfeifenwerk
 
       
    Landshut, Stiftspfarrkirche St. Martin: 1914, Koulen, III, 72.
 
       
    Metten, Schloß Himmelberg: Willibald Siemann, Opus 495 von 1939, II, 6; pneumatischer Umbau aus Max Maerz, Refektoriumsorgel für die Abtei St. Bonifaz-München.
 
       
    Mindelheim: Heimorgel in Selbstbau, Stecher- und Seilzugmechanik auf Schleiflade III, ca. 20; in seiner laienhaften Konzeption ein aufschlussreiches Anschauungsinstrument.
 
       
    Spieltische und Orgeln Gross 04240  
       
    Mittelneufnach, Kath. Pfarrkirche, Lkr. Augsburg: Julius Schwarzbauer aus Mindelheim, II, 11, pneumat.
 
       
    Mödishofen: Koulen, Opus 192 von 1914, II, 7 + Pedal 1.
 
       
    München, Bogenhausen: Brüstungsorgel von Frosch ca. 1860.
 
       
    München, Dom: Hauptorgel von Josef Zeilhuber aus Altstädten, 1952-1957, IV, 79.
 
       
Spieltische und Orgeln Gross 04228 Gross   München, Kongressaal Deutsches Museum: Steinmeyer, 1938, nach völliger Kriegszerstörung identischer Wiederholungsbau 1946/47, finanziert durch die amerikanische Besatzungsmacht, IV, 75.
 
     
  München, Prinzregententheater: Opernhaus-Orgel, Steinmeyer Opus 718 von 1901, I, 10.
 
     
  Oberköblitz, Willibald Siemann, Opus 275, 1912.
 
     
  Pölling: 1896 von Ludwig Edenhofer
 
     
  Schliersee: 1941, von Magnus Schmid, pneum., II, 27.
 
       
August Bittner 04250   Vierzehnheiligen: 1848 August Bittner, ab 1905, 1951, 1962 Erweiterungen von Georg Friedrich Steinmeyer zu III, 60 (Einlagerung siehe Bild im Bundwerkstadl-Depot).
 
       
    Weisendorf, Evang.-Luth. Pfarrkirche, Landkreis Erlangen-Höchstadt: Steinmeyer, Opus 661, 1899, I, 8, pneumatische Taschenladen.
 
       
    Wilhermsdorf: Steinmeyer, 1939, II, 18.
 
 
   

D) Spieltische
(zusätzliche; bei den kompletten Orgeln bestehende werden hier nicht mehr aufgeführt)

 

 
Coburg 04233   Coburg, Evang.-Luth. Stadtpfarrkirche St. Moritz, Walcker um 1929, IV, 65 Registerwippen (im Bild dritter von rechts).
 
       
    Fulda, Domkirche: Heuß, IV, 100 Registerwippen.
 
       
Steinmeyer 1937 04259   Nürnberg, Evang.-Luth. Bischofskirche St. Lorenz: Steinmeyer 1937, V; 179 beleuchtbare Druckschalter, 1978 welterster Einbau einer elektronischer Setzeranlage durch die Firma Siemens. Jetzt im Orgelzentrum Valley durch Herrn Gregor Dworzak aufwändig mit MIDI-Technik erweitert, die den Spieltisch wieder spielbar macht.
.weitere Informationen hier
 
       
Johannes Klais Bonn 04264   Nürnberg, kath. Frauenkirche: Johannes Klais-Bonn, Opus 1150, III, 36 Registerwippen.
 
       
Steinmeyer 1957 04263   Ottobeuren, Abteikirche, Marienorgel: Steinmeyer 1957, mechanischer Spieltisch für Werk im Hauptgehäuse III, 54 Züge, elektromechanischer Spieltisch für Gesamtwerk V, 86 Registerwippen.
 
       
Pfarrkirch 04237   Vohenstrauß, Kath. Pfarrkirche: Weise-Plattling, Opus 335, III, 37 Wippenschalter; Besonderheit: im freistehenden Röhrenpneumatik-Spieltisch waren auf der Rückseite 4 Register als Chor-Positiv eingebaut.
 
       
    Sallingberg, Pfarrkirche, Lkr. Kelheim: wohl Hechenberger, mechanisch I, 7 Züge (im Bild rechts). - Unbekannt (Bittner): ca. 1890, Pneumatik mit Messingverrohrung II, 16 Züge (im Bild links davon).
 
 
    E) Besondere Einzelstücke  
Steinmeyer 1858 bis 1859 Gross 04252   Das komplette neogotische Gehäuse der Steinmeyer-Orgel von Kulmbach-St. Petri, 1858/59 von Bildhauer Professor Behringer
 
       
Bruneck Gross 04217   Das komplette, reichgeschnitzte Gehäuse der Kath. Stadtpfarrkirche von Bruneck in Südtirol mit einer Breitausladung von ca. 12 Meter; das als schönes Zeugnis von Südtiroler Schnitzkunst in Zirbenholz naturbelassene Gehäuse mit byzantinischem Formengut kann noch von der 1850 von Franz Weber erbauten Orgel stammen; 1914 baute Josef Behmann (Weigle-Schüler aus Vorarlberg) ein elektropneumatisches Werk ein, von dem aber leider nichts erhalten ist. Ist vorgesehen für die Landshuter Koulen-Orgel im Endausbau des Museums.
 
       
Zimbelstern 04235   Ein pneumatisch mit einer Art Mühlenrad als Auffang für den Windstrom betriebener Zimbelstern, dessen sich auf einer Achse drehenden Stifte mit kleinen Klöppeln helle Glöckchen anschlagen; ein sehr seltenes Exemplar, da die meisten Zimbelsterne rein mechanisch angetrieben werden.
 
       
Eichstaetter Domorgel 04238   Die mechanische Setzeranlage der von Hubert Sandtner/Dillingen 1973-1976 erbauten Eichstätter Domorgel, welche durch ein diffiziles metallenes Röhrensystem in verschiedenen Drehrichtungen die 68 Register auf den vier Manualen samt Pedal vorwählen konnte. Zwei Jahre später kam interessanterweise die Siemens-Entwicklung einer elektronischen Setzeranlage, welche 1978 in unseren Generalspieltisch von Nürnberg-St. Lorenz eingebaut wurde (siehe dort); wir freuen uns, dass wir diese folgenreiche Weltpremiere besitzen.
 
       
Pneumatische Koppelanlage 04258   Die zu einem Anschauungsmodell (von Gregor Dworzak) "aufgefächerte" rein pneumatische Koppelanlage eines dreimanualigen Spieltisches aus der Zeit um 1930. Es ist schwer nachzuvollziehen, wie ausschließlich durch überlegte Bohrungen und Windführungen die Herunterkoppelungen vom dritten auf das zweite und erste Manual, vom zweiten Manual auf das erste Manual und von allen Manualen auf das Pedal möglich wurde: Man ahnt, dass am meisten erfinderische Potenz und geistige Energie bei der Entwicklung der pneumatisch gesteuerten Orgeln notwendig war - vielleicht auch ein Rechtfertigungs- Grund für deren Geringachtung, weil man diese Technik fast nicht mehr beherrscht.
 
       
Spieltische und Orgeln Gross Pan 04191   Der Bozzetto (= verkleinerte Entwurfs-Figur) eines Syrinx-blasenden Pan des Mannheimer Hofbildhauers Peter Simon Lamine (1738-1817), ab 1805 in München. Sein berühmtestes Werk ist die große Pan-Statue im Schwetzinger Schlosspark; 1815 wurde von ihm der Pan für den Nymphenburger Schlosspark geschaffen, für den unser Pan das Entwurfsmodell war. Wir haben ihn im Orgelfestsaal aufgestellt, weil die Syrinx, d. h. die "Panflöte" am Anfang aller Orgeln steht, seit der griechische Mathematiker und Ingenieur Ktesibios an eine Panflöte einen Luftpumpenapparat konstruiert und somit das Prinzip der Orgel entwickelt hat, als ein Blasinstrument, das mit mechanisch erzeugtem Wind angeblasen wird.
 
       
Spieltische und Orgeln Gross Grabtafel 04211   Der Abguss der Grabtafel der Gräfin Mathilde von Valley (1112- ca. 1165) aus der Klosterkirche Gries bei Bozen. Die vor 900 Jahren auf dem Burgberg von Valley geborene Mathilde - etwa genau so alt wie der Südteil unseres Alten Schlosses - hat nach Südtirol geheiratet und dort das Kloster St. Maria in der Au im heutigen Bozen als Station für die Brenner-Überquerenden gegründet. Damit hat Bozen den entscheidenden Aufschwung als Handelsstadt in den Alpen genommen. Das Kloster wurde 1503 nach verheerenden Überschwemmungen von Etsch und Eisack einige Kilometer bergwärts auf das Gries verlegt, wo es heute wieder besteht und aus den Weinberg-Stiftungen der Gräfin Spitzenweine erzeugt - vielleicht auch bald als "Gräfin Mathilde" -Orgelwein bei uns erhältlich.