Auswertung der Umfrage vom Tag des offenen Denkmals 2026

 

Wir fragten unsere Besucher: „Welches Geschlecht hat nach Ihrem persönlichen Empfinden das Musikinstrument, das bei uns im Mittelpunkt steht?“

Abgestimmt haben insgesamt:                                                             82 Personen

Von den Besuchern entschieden sich für Maskulinum:                  8

Einer davon mit der Anmerkung: „So viele Pfeifen müssen mänlich sein.“ (sic!)

für Femininum:                 45

Einer davon mit der Anmerkung: „Vielfalt ohne Grenzen“

für Neutrum:                      12

für Divers / Plural             17

Davon haben 6 Umfrageteilnehmer nur Divers angekreuzt und 2 nur Plural.

 

Es zeigt sich: Die Muttersprache ist bei der überwiegenden Mehrheit der Befragten ausschlaggebend für die Wahrnehmung des Instruments!

 

Kleiner sprachgeschichtlicher Exkurs:

Wie die Orgel im Deutschen zum Femininum wurde

Im Althochdeutschen, also zu der Zeit, als das Musikinstrument als Geschenk des byzantinischen Kaisers an den aufstrebenden karolingischen Herrscher Pippin, den Vater Karls des Großen, zu uns kam, nannte man das Instrument organa. Das war der Plural des ursprünglichen griechischen organon – einem Neutrum Singular. Da man aber hierzulande des Griechischen und Lateinischen nicht so recht mächtig war und gewohnt war, mit der Endung -a ein althoch-deutsches Femininum zu assoziieren, bildete man für das Instrument einen neuen Plural: orgenen, woraus durch Dissimilation orgelen wurde. Und daraus leitete man nun wieder im Laufe der Zeit eine neue Femininum-Singular-Form ab: althochdeutsch orgela, mittelhochdeutsch orgel. Und so heißt das Instrument bei uns bis heute.

Der früheste Beleg für eine Orgel im deutschen Sprachraum ist in den Lorscher Annalen zu finden: „Venit organa in Francia“„Es kam eine Orgel ins Reich der Franken“. Schon der Mönch, der diesen Eintrag für das Jahr 757 machte, sah organa als Singular an, wie das Verb zeigt…

Nach: Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 20. Auflage bearbeitet von Walter Mitzka, Berlin 1967.

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